Diagnose und Behandlung

Trockene Augen sind häufig und kommen in unterschiedlichen Schweregraden vor. Daher ist es wichtig, dass Sie bei anhaltenden und wiederkehrenden Trockenheitsgefühlen Ihren Augenarzt konsultieren. Dieser kann feststellen, ob tatsächlich eine Augentrockenheit vorliegt und um welche Form des trockenen Auges es sich handelt. Ausgehend davon können geeignete Therapieoptionen, z. B. mit Tränenersatzflüssigkeit, besprochen werden.

Ursachendiagnose

Um Augentrockenheit bestmöglich einzudämmen, sollten Sie versuchen, die auslösenden Faktoren so gut es geht zu identifizieren: Auf bestimmte äußere Einflüsse, wie z. B. zu trockene Raumluft oder Kontaktlinsen, können Sie recht schnell und einfach Einfluss nehmen. Bei inneren Einflüssen wird es schon etwas herausfordernder: In den meisten Fällen kann auf bestimmte Medikamente, die als Nebenwirkung trockene Augen verursachen, nicht verzichtet werden. Trockene Augen können auch als Begleiterscheinung von bestimmten Erkrankungen (z. B. Rheuma) auftreten. In solchen Fällen kann Sie Ihr Apotheker beraten oder aber Ihr behandelnder Augenarzt: Nach erfolgter Ursachendiagnostik kann er Ihnen geeignete Augenbefeuchtungsmittel zur Linderung der Symptome empfehlen.

Untersuchungsverfahren

In einem Gespräch mit Ihrem Augenarzt wird in einem ersten Schritt die Vorgeschichte des trockenen Auges untersucht: Welche Beschwerden treten auf, ist die Symptomatik abhängig von der Tageszeit und bestehen bestimmte Risikofaktoren etc.? Da das trockene Auge aufgrund eines gestörten Tränenfilms entsteht, werden auch die Augenoberfläche und der vordere Augenabschnitt untersucht. Dies verläuft völlig schmerzfrei mittels einer Spaltlampe: Damit schaut sich der behandelnde Arzt unter anderem die Zahl der offenen Ausführungsgänge der Tränendrüsen an sowie den Zustand des Tränenfilms. Darüber hinaus wird die Sehschärfe bestimmt und die Umgebung der Augen (Gesichtshaut, Lider) untersucht. In Einzelfällen können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Nach der Erstdiagnose wird der Zustand der Augen in bestimmten Zeitabständen mittels Spaltlampe oder Symptomfragebogen untersucht. So können Veränderungen kontinuierlich dokumentiert und die Therapie entsprechend angepasst werden.

Erfahren Sie jetzt in unserem Selbsttest, ob bei Ihnen ein Risiko für trockene Augen besteht. So sind Sie gut für Ihr Arztgespräch gewappnet. Bedenken Sie jedoch, dass der Test keine medizinische Untersuchung ersetzt, sondern lediglich eine grobe Orientierung bietet.

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Allgemeine Tipps

Durch erhöhte Achtsamkeit und Änderungen in Ihrer Routine können Sie versuchen, die Beschwerden Ihrer trockenen Augen zu lindern.

  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit (mindestens 2 Liter täglich) zu sich
  • Lüften Sie regelmäßig und stellen Sie ggf. zusätzlich Luftbefeuchter auf oder hängen Sie feuchte Tücher über die Heizung
  • Stellen Sie Pflanzen auf, um das Mikroklima in Ihren Räumen zu verbessern
  • Richten Sie das Gebläse im Auto / Flugzeug nicht auf Ihr Gesicht
  • Schützen Sie Ihre Augen vor Zugluft (z. B. beim Radfahren)
  • Tragen Sie eine Schwimmbrille, wenn Sie in chlorhaltigem Wasser baden
  • Legen Sie bei Bildschirmarbeit, dem Fernsehen und Lesen öfter eine kurze Pause ein, damit sich Ihre Augen erholen können
  • Achten Sie bewusst darauf, regelmäßig zu blinzeln
  • Denken Sie daran, Ihre Kontaktlinsen regelmäßig mit den richtigen Präparaten nachzubenetzen und halten Sie Tragepausen ein
  • Reduzieren Sie Ihren Alkohol- und Nikotinkonsum und meiden Sie Räume, in denen geraucht wird
  • Versuchen Sie, möglichst reizarme Kosmetika zu verwenden und schminken Sie Ihre Augen mit geeigneten Präparaten vor dem Schlafengehen immer vollständig ab
  • Achten Sie auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und genügend Schlaf
  • Nehmen Sie regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Augenarzt wahr

 

Therapiemöglichkeiten

Wie bei vielen anderen Erkrankungen, kann das trockene Auge sowohl medikamentös als auch nicht-medikamentös behandelt werden. Die Entscheidung welche Strategie zielführend ist, richtet sich nach der Art der Beschwerden und dem Befund. Für eine nicht-medikamentöse Therapie kommt beispielsweise eine Korrektur der Fehlsichtigkeit oder die Änderung einiger Lebensgewohnheiten in Frage. Ist eine medikamentöse Therapie angezeigt, eignen sich Tränenersatzmittel gut zur Behandlung.1

 

Linderung der Symptome durch Tränenersatzmittel

Sollten die obengenannten Tipps nicht ausreichend helfen, sind Ersatzmittel, auch künstliche Tränen genannt, empfehlenswert. Diese können die Austrocknung der Horn- und Bindehaut verhindern und lindern so die Beschwerden.

Es gibt eine Reihe verschiedener Präparate mit unterschiedlichen Zusammensetzungen. Überwiegend bestehen sie alle aus Wasser und Salzen, die der natürlichen Tränenflüssigkeit möglichst gut nachempfunden sind: So regulieren sie beispielsweise den Salzgehalt und den pH-Wert der Tränen. Als Befeuchtungsmittel enthalten die künstlichen Tränen hauptsächlich Hyaluronsäure, welches für eine gute Benetzung der Augenoberfläche sorgt. Gegebenenfalls wird ein Verdickungsmittel hinzugefügt, um die Haftung und Verweildauer auf der Augenfläche zu verbessern. Für sensible Augen sind auch konservierungsmittelfreie Augentropfen erhältlich. Weitere Inhaltsstoffe unterstützen die fetthaltige Schicht des Tränenfilms, um die Verdunstung der wässrig-schleimigen Schicht zu reduzieren.

 

Was Sie beachten sollten:

  • Dickflüssige Tränenersatzmittel haften besser auf der Augenoberfläche als dünnflüssige Präparate – sie können jedoch kurzzeitig die Sicht verschleiern.
  • Konservierungsmittelfreie Produkte sind in der Regel verträglicher und sollten bei häufiger Anwendung und bei Allergikern Vorzug finden. Auch Träger weicher Kontaktlinsen sollten möglichst auf eine konservierungsfreie Augenbefeuchtung zurückgreifen, da sich die Zusatzstoffe in den Kontaktlinsen ansammeln und so die Hornhaut schädigen können. Am besten halten Sie dazu mit Ihrem Augenarzt Rücksprache.
  • Bei Tränenersatzmitteln besteht kein Gewöhnungseffekt: Selbst wenn Sie sie regelmäßig verwenden, brauchen Sie sich nicht um eine herabgesetzte Wirksamkeit sorgen. Nutzen Sie Ihre Tränenersatzflüssigkeit immer dann, wenn Sie Beschwerden haben.

Insgesamt werden die Wirksamkeit und individuelle Verträglichkeit der Tränenersatzflüssigkeit sehr unterschiedlich empfunden. Daher kann es hilfreich sein, verschiedene Artelac-Produkte auszuprobieren, um für sich das individuell passende Produkte zu finden.

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Referenzen

1Leitlinie Nr. 11 „Trockenes Auge“ der BVA und DOG, S. 2. URL: www.dog.org/wp-content/uploads/2019/05/Leitlinie_Sicca_2019.pdf.