Trockene
Augen

Trockene Augen werden oft durch einen gestörten Tränenfilm verursacht. Hier erfahren Sie mehr über die Funktionen, die Zusammensetzung und mögliche Störungen des Tränenfilms.

Das trockene Auge

Trockene Augen klingen für Außenstehende oft harmlos, können jedoch von Betroffenen als sehr störend und unangenehm empfunden werden. Denn das „trockene Auge“ hat verschiedene Ausprägungsformen und reicht vom klassischen Trockenheitsgefühl über gerötete, müde, brennende oder tränende trockene Augen bis zum unangenehmen Sandkorn- und Fremdkörpergefühl. Insgesamt ist das „trockene Auge“ recht verbreitet:1 Aufgrund der vielfältigen Auslöser sind viele Menschen betroffen, sodass es in der gesamten Bevölkerung weit verbreitet ist. Dennoch wissen viele nicht, dass Augentrockenheit hinter ihren Beschwerden steckt.

Im Wesentlichen handelt es sich beim trockenen Auge um eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche, die durch verschiedene Faktoren verursacht werden kann. Dabei wird entweder zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder sie verdunstet zu schnell. Auch eine Mischform aus verminderter Tränenproduktion und vermehrter Verdunstung ist möglich. Ist der Tränenfilm gestört, kann die Augenoberfläche erkranken, also Lider, Bindehaut, Hornhaut und Tränendrüsen. Unbehandelt kann sich das trockene Auge daher in schwerwiegenden Fällen zu einem sich selbst erhaltenden Kreislauf entwickeln. Diesen gilt es bestmöglich zu unterbrechen, um Erkrankungen der Augenoberfläche, wie z. B. eine chronische Bindehaut- und Hornhautentzündung, zu vermeiden.

 

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Der Tränenfilm

Unsere Tränen sind mehr als nur Wasser: Der menschliche Tränenfilm übernimmt eine Vielzahl an Aufgaben, wie zum Beispiel die Befeuchtung der Horn- und Bindehaut, indem er als eine Art Gleitmittel agiert: Er reduziert die Reibung des Augenlids auf der Hornhaut und Bindehaut, um die empfindliche Augenoberfläche vor Reizungen zu schützen. Zudem ist der Tränenfilm wichtig für die optimale Lichtbrechung. Denn er bildet eine glatte, ebenmäßige Flüssigkeitsoberfläche auf der Hornhaut, die wichtig für eine optisch gute abbildende Qualität ist. Doch der Tränenfilm ist auch für die Zufuhr von Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen verantwortlich. Außerdem enthält er wichtige Enzyme und Antikörper, um Bakterien, Viren, Pollen und weitere Reizstoffe abzuwehren. Bestimmt haben Sie das selbst schon erlebt: Gerät einmal ein Fremdkörper ins Auge, hilft uns die Tränenflüssigkeit gemeinsam mit dem Lidschlag dabei, diesen erfolgreich auszuschwemmen.

Die drei Phasen des intakten Tränenfilms

Der intakte Tränenfilm besteht aus 3 verschiedenen Schichten, die sich über die Hornhautoberfläche legen: der Lipidschicht, der wässrigen Schicht und der Muzinschicht.

Der gestörte Tränenfilm

Normalerweise wird die Tränenflüssigkeit alle 4 – 6 Sekunden durch den Lidschlag gleichmäßig auf der Augenoberfläche verteilt. Im Falle des trockenen Auges wird jedoch entweder zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet oder das Gleichgewicht der drei Bestandteile ist gestört, sodass die Augenoberfläche nicht mehr optimal befeuchtet werden kann. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein.

Zu den Ursachen des trockenen Auges

Arten des trockenen Auges

Trockenes Auge ist nicht gleich trockenes Auge: Je nachdem, welche Schicht am meisten betroffen ist, unterscheidet man zwischen zwei Formen und einer Mischform:

Hypovolämisches Auge

Bei dieser Form der Augentrockenheit wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert. Grund dafür ist eine Funktionsstörung der Tränendrüsen: Wenn sich diese zurückbilden oder durch bestimmte Augenerkrankungen vernarben, lässt die Tränenproduktion nach. Das wiederum führt zu einem Mangel der wässrig-muzinösen Schicht des Tränenfilms, was sowohl die Feuchtigkeitsversorgung als auch die Haftung der Tränen auf der Augenoberfläche beeinträchtigt. Das Ergebnis: Ein unangenehmes Trockenheitsgefühl.

Hyperevaporatives Auge

Das hyperevaporative Auge wird durch eine unzureichende oder fehlende Produktion der Lipidschicht, also der Fettschicht auf der wässrigen Schicht des Tränenfilms, ausgelöst. Diese ist jedoch enorm wichtig, um die Tränenflüssigkeit vor übermäßiger Verdunstung zu schützen. Häufig steckt eine Funktionsstörung der Meibom’schen Drüsen dahinter: Diese befinden sich am Lidrand und geben im Normalfall eine ölige Flüssigkeit ab, die die verdunstungshemmende Fettschicht des Tränenfilms bildet. Sind die Drüsen verstopft oder entzündet, ist die Bildung der Fettschicht beeinträchtigt.

Mischformen

In den meisten Fällen handelt es sich um eine Mischform der beiden oben genannten Formen des trockenen Auges2, die sich in Ausprägung und Schwerengrad unterscheiden. Durch einen Mangel des Fettfilms in der Tränenflüssigkeit verdunstet diese übermäßig (hyperevaporatives Auge). Erschwerend kommt hinzu, dass die Tränendrüsen mit der Bildung der neuen Tränenflüssigkeit nicht nachkommen (hypovolämisches Auge).

Referenzen

1YouGov Marktforschungsstudie, Usage & Attitude, Trockene Augen, beauftragt durch Bausch&Lomb, Deutschland Mai 2017, S. 7.

2Leitlinie Nr. 11 „Trockenes Auge“ der BVA und DOG, S. 2. URL: https://www.dog.org/wp-content/uploads/2019/05/Leitlinie_Sicca_2019.pdf.